Dettling Stiftung.

Vom Müli- zum Marken-Kirsch

Die erfolgreiche Kirsch-Marke Dettling befand sich über vier Generationen im Besitz der Familie. Die Tradition aus Lauerzer Chriesi Schnaps zu brennen, entstand allerdings schon eine oder zwei Generationen früher.

Brennblasen aus dem Erbe Josef-Marias

Franz-Xaver (1845) gründete die Kirsch-Brennerei Dettling offiziell im Jahr 1867 in Brunnen. Wie seine Schwägerin Berta (1876), Ehefrau von Franz-Ferdinand (1861), ihrem Enkel Willi (1939) erzählte, nahm Franz-Xaver zwei von vier Brennblasen aus dem Erbe seines Vaters Josef-Maria (1804) mit nach Brunnen. Zwei Brennblasen behielt Franz-Ferdinand auf der Mühle.

Kirsch als Seelentröster?

Josef-Maria stellte demnach ebenfalls Kirsch her. Gut möglich, dass dieser die Kunst schon bei seinem Vater Anton (1756) gelernt hatte. Denn direkt nach dem Bergsturz dürfte das Schnaps-Geschäft besonders floriert haben.

Kirsch für Napoleon?

Die Schwyzer wurden nach ihrer Niederlage gegen die Franzosen 1798 von Napoleons Soldaten vergleichbar gut behandelt. So blieb Antons Mühle in Lauerz zum Beispiel vor Brandschatzung und Plünderung verschont. Ebenso soll es Antons Bruder Jakob-Josef (1752) in Iberg gelungen sein, General Balthasar Antoine von Schauenburgs Truppe gnädig zu stimmen, indem er sie freundlich bewirtete. Die Frage ist offen, ob die Dettlinge Napoleons Schergen Lauerzer Kirsch ausschenkten.

Berta (1876), Ehefrau von Franz Ferdinand (1861) und Schwägerin von Franz-Xaver (1845) erzählte die Geschichte ihrem Enkel Willi (1939), der sie Franz-Xaver (1946) und der Stiftung im August 2021 weitererzählte.