Dettling Stiftung.

Inspirierender Ausflug auf die Insel Ufnau

Im Juli des Corona-Jahres 2020 unternahmen 26 Dettlinge einen Ausflug auf die Insel Ufnau im Zürichsee. Die Insel ist ein Juwel, geschichtsträchtig und landschaftlich einzigartig. Dazu schrieb Abt Martin Werlen – ganz im Sinne der Dettling-Stiftung: «An diesem Ort werden wir ermutigt, dankbar des Vergangenen zu gedenken, die Gegenwart leidenschaftlich zu leben und uns zuversichtlich der Zukunft zu öffnen.» Von der Ufnau inspiriert, vereinen wir im Bericht Vergangenheit, Zukunft und zeitlose Dichtung.

Im Wellenblau die Ufenau

1523 erhielt der verfolgte und todkranke Ulrich von Hutten dank Zwinglis Beziehungen auf der Klosterinsel Ufnau Asyl. Im Juli des Corona-Jahres 2020 unternahmen 26 Dettlinge einen Ausflug auf die Insel.

Text: Severin und Bernadette

Mit der Dichtung «Huttens letzte Tage» setzte Conrad Ferdinand Meyer dem Humanisten 1871 ein literarisches Denkmal. Die Erzählung beginnt mit der Ankunft Huttens auf der Ufnau.

Schiffer! Wie nennst du dort im Wellenblau
Das Eiland? – «Herr, es ist die Ufenau!»

Wie einst Pfarrer Hans Klarer, genannt Schnegg, Hutten auf der Insel empfing, wurden wir durch Fredy Kümin, Präsident des Vereins «Freunde der Insel Ufnau» an der Schiffsanlegestelle herzlich begrüsst und willkommen geheissen.

«Macht's Euch bequem! Hier werdet Ihr gesund!»
Ich glaub's. So oder so! Wahr spricht dein Mund.

Auf dem eineinhalbstündigen Rundgang, bei herrlichen Wetterbedingungen, wurde in eindrücklicher Weise die Geschichte und die Gegenwart der Insel bekannt gemacht.

Erinn’rung plaudert leise hinter mir
Auf diesen stillen Inselpfaden hier.

Sie rauscht im Eichenlaub, im Buchenhag,
Am Ufer plätschert sie im Wellenschlag.

Nach dem Rundgang war man doch etwas durstig geworden und Hungergefühle machten sich bemerkbar.

Und leidet Dein Gerechter Hungersnot,
So schick ihm Du durch Deine Raben Brot!

Nach einem durch die Dettling Stiftung gesponserten Apero wurden wir unter einem schattenspendenden Baumdach verköstigt. Das freundliche Personal des «Gasthaus zu den zwei Raben» bediente uns herzlich und in grosszügiger Weise.

Angeregte Gespräche und dadurch besseres Kennenlernen unter den Dettlingen liessen die Stunden im Nu verrinnen.

In deines Maskenscherzes Fröhlichkeit
Bist du, wie ich, ein echtes Kind der Zeit.

Nur allzu schnell kam die Rückfahrt mit dem Taxiboot.

Ich reise. Freund, ein Boot! Ich reise weit.
Mein letztes Wort... ein Wort der Dankbarkeit...

Mehr über die Insel gibt es auf der Website www.ufnau.ch zu erfahren.

Im Folgenden einige Abschriften aus dem Inselprospekt:

Die Insel Ufnau Geschichte

Die Insel Ufnau wurde bereits im Jahre 741 als Hupinauia erwähnt. Mit 11.26 Hektaren gilt sie als die grösste Insel der Schweiz. Politisch gehört die Insel zur Gemeinde Freienbach. Im 10. Jahrhundert zog sich die Herzogin aus Schwaben Reginlinde auf der Ufnau zurück. Sie liess an Stelle des römischen Tempels eine Peter und Paul geweihte Kirche erbauen, den Vorläufer des heutigen Baus aus dem 12. Jahrhundert. Überdies entstand durch sie die erste Martinskapelle mit dazugehörendem Wohnhaus. Reglinde starb um 958 und wurde im Kloster Einsiedeln, das sie mit Gütern bedacht hatte, bestattet.


Kaiser Otto der Grosse und seine Gemahlin Adelheid, eine Enkelin der Reglinde, vergabten am 23. Januar 965 Güter am Zürichsee der Klostergemeinschaft. Insel Ufnau, den Frauenwinkel, die Höfe Pfäffikon und Ürikon sowie die Kirche Meilen. Einsiedeln liess die Kirche St. Peter und Paul vor der Mitte des 12. Jahrhunderts neu bauen.


Im Mittelalter lösten sich die grösseren Dörfer rings um die Insel Ufnau von der Mutterkirche. Rund 140 Leute gehörten noch zur Pfarrei. Die Pfarrstelle blieb wegen den vielen Wallfahrten an das Grab des heiligen Adalrich besetzt.


Weiter wird berichtet, dass der todkranke Humanist Ulrich von Hutten dank Zwinglis Beziehungen 1523 auf der Insel Ufnau Asyl erhielt. Conrad Ferdinand Meyer setzte mit der Dichtung „ Huttens letzte Tage“ 1871 ein literarisches Denkmal.

Wegen Rückläufigem Personalbestand des Klosters wurden die vier Hofstätten der Ufnau vorübergehend Eigentum der Lehenleute; später gelang dem Kloster Einsiedeln der Rückkauf. Die Insel erlitt bei den Einfällen der Zürcher während dem Villmergenkrieg von 1656 und 1712 sowie durch die Franzosen 1798 beträchtlichen Schaden. Die Helvetik erklärte das Kloster Einsiedeln - wie alle anderen Klöster der Eidgenossenschaft – als aufgehoben und Nationaleigentum. Der damalige Kanton Linth verkaufte1801 in einer öffentlichen Versteigerung die Insel an Karl Ludwig Curti in Rapperswil. 1805 konnte das Stift nach der Wiederherstellung des Klosters durch die Mediationsakte die Ufnau zurückkaufen.


Im „Gasthaus zu den zwei Raben“ wird seit 1831 Gastfreundschaft gepflegt. Über der Eingangstüre sieht man das Wappen von Einsiedeln. Eine Legende besagt, dass der heilige Meinrad zwei zahme Raben hielt. 861 wurde er von zwei Mördern erschlagen. Die Raben verfolgten die Missetäter bis nach Zürich wo sie später hingerichtet wurden. Seit 1987 wachsen auf der Insel auch wieder Reben, aus denen der Ufnau-Wein gekeltert wird. 1866 bis 1868 legte das Kloster Einsiedeln Spazierwege an, 1872 den Schiffssteg auf der Südseite und 1881 den Landungssteg auf der Nordseite der Insel. Die Schutzverordnung über den Frauenwinkel von 1927, spätere Schutzbestimmungen und strikte Vorschriften der Eigentümerin traten Auswüchsen mit Erfolg entgegen. Seit 2006 trägt auch die Ausdehnung der bootsfreien Wasserzone südlich der Ufnau der jahrhundertealten Absicht des Klosters Rechnung, die Insel als Ort der Stille zu erhalten.

Die Insel Ufnau Gegenwart

Ufnau – Ein Ort der Stille
Das Kloster Einsiedeln und die Insel Ufnau gehören zusammen. Sie ist ein Juwel, geschichtsträchtig und landschaftlich einzigartig. Dazu schreibt Abt Martin Werlen: An diesem Ort werden wir ermutigt, dankbar des Vergangenen zu gedenken, die Gegenwart leidenschaftlich zu leben und uns zuversichtlich der Zukunft zu öffnen.

Im Jahre 2003 entstand das Konzept, das die Instandstellung, die Aufwertung und Erhaltung der Insel Ufnau mit ihrer Landschaft und Bauten zum Ziel hat. Von fünf Teilprojekten sind derzeit drei verwirklicht. Die dafür benötigten finanziellen Mittel spendeten öffentliche und private Organisationen, Unternehmen und Private. Besonders aktiv ist in diesem Bereich der Verein „Freunde der Insel Ufnau“, dessen Ziel es ist, das Kloster Einsiedeln bei der Erreichung dieser hohen Ziele ideell und finanziell zu unterstützen.

Das sanierte Seeufer erneuert Lebensräume und wertet die Insel ökologisch auf. Seit Herbst 2006 erfolgten die Sanierung des Seeufers auf der Südseite, standortfremde Bäume wurden gefällt, die Nagelfluhflanken ausgelichtet, die Uferpartien durch Kiesaufschüttungen abgeflacht. Lahnungen sorgen dafür, dass der Wellenschlag das Ufer nicht mehr erodieren und den Schilfbestand zerstören.
Die ausserhalb des Uferbereiches gesetzten Wellenbrecher aus einer doppelten Pfahlreihe und der Verfüllung mit Astbündeln im Zwischenraum sind auch bevorzugte Laichgebiete von Hechten.

Die Kirche St. Peter und Paul sind Orte für gemeinsame Gebete, für Musik und für Hochzeiten. Im Rahmen der aktuellen Sanierung der ganzen Insel wurde in den Jahren 2007/2008 die Kirche aussen und innen restauriert. Der Sanierung des Mauerwerks, der Belüftung, der Beleuchtung und dem Brandschutz wurden besondere Aufmerksamkeit geschenkt. In der gleichen Zeit wurden auch die Mauern der St. Martins-Kapelle saniert und die Malereien im Chorbogen und im Chor restauriert.